action movie gangster muscle

Model: Robert Maaser
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Macht Kampfsport aggressiv?

 

Der Wunsch nach Sicherheit

Schlagzeilen die von gewaltbereiten Jugendlichen und generell immer brutaler werdenden Übergriffen berichten, wecken in vielen Menschen den Wunsch nach Gerechtigkeit und der Fähigkeit für sich und für andere in einer Notsituation einstehen zu können.

Doch wie verteidigt man sich selbst richtig?

Es gibt unzählige Vereine und Institutionen die es sich zur Aufgabe gemacht haben dem Normalbürger die richtigen Handgriffe und Verhaltensweisen beizubringen. Es gibt unterschiedliche Vorschläge wie man im Ernstfall vorgeht. Jede Kampfkunst hat ihre eigen Ansätze und ihre speziellen Angriffspunkte, die im Notfall eine Überlegenheit sichern sollen.

 

Unterschied – Kampfkunst & Kampfsport!

Es muss nun folgendes unterschieden werden:

Kampfsport ist nicht gleich Kampfkunst!

Viele sind sich nicht bewusst das beides komplett unterschiedliche Dinge sind die ihren Fokus auf andere Aspekte richten, auch wenn sie einen gemeinsamen Ursprung haben.

 

Ursprung

Jede Kampfkunst und jede Form von Kampfsport hat ihren Ursprung in der Kriegskunst, wo es bis heute darum geht dem Gegner überlegen zu sein. Da damals noch keine Panzer oder unbemannte Drohnen existierten, wurde der Umgang mit simplen Waffen wie Schwert und Bogen gelehrt. Und da es passieren konnte, dass man entwaffnet wurde oder gar keine Waffe bei sich trug, musste man das zur Waffe machen, was man immer bei sich hatte – den eigenen Körper!

 

Kampfsport

Beim Kampfsport geht es um das Messen der Kampffähigkeiten unterschiedlicher Parteien, bei vorher abgesprochenen Regeln. Es geht also vornehmlich um den sportlichen Aspekt des Wettbewerbs. Ein Kampf unter Kampfsportlern hat immer das Ziel den Stärkeren zu finden.

Kampfkunst

Hinter Kampfkünsten stecken immer philosophische und/oder religiöse Ansätze die im Kern den Weg zu sich selbst tragen. Im Zentrum der Kampfkunst liegt also nicht der Kampf, sondern das Ich. Das Training von Kampftechniken ist nur ein Weg um sich selbst zu beobachten, zu erkennen und zu erfahren. Es findet also kein Vergleich mit anderen statt, sonder immer nur der Blick auf sich selbst. Ein Kampf unter Kampfkünstlern zielt also nicht darauf ab dem Gegner überlegen zu sein und somit spielt es auch keine Rolle wer den Kampf gewinnt. Es geht dabei nur darum was der Kampfkünstler während des Kampfes über sich selbst lernt.

Ohne Gewalt

Aus Sicht der Kampfkunst ist eine optimale Konfliktlösung dann gegeben, wenn die Kunst des Kämpfens nicht benutzt werden muss. Und so ist der Mensch stärker, der seine Faust in einer Notsituation nicht erheben muss, um die Notsituation zu deeskalieren, als jemand der dies nur mit der Faust schafft.

 

Ursache

Niemand wird durch Kampfsport aggressiv oder gewaltbereit! Wenn dann zeigt der Kampfsport nur das, was der Mensch bereits in sich hatte. Kampfsport hat es traditionell immer in Verbindung mit der Kampfkunst gegeben und eine Spaltung entstand erst in unserer Moderne.

Mit Kampfport rüstet man Menschen mit Werkzeugen aus die Schaden können und deswegen ist es wichtig, dass zur gleichen Zeit auch eine mentale Führung dieser Werkzeuge geschieht. Das ist auch der Grund warum in jeder seriösen und verantwortungsbewussten Kampfsportschule gleichzeitig auch die Kampfkunst gelehrt wird. So verhindert man einen Missbrauch der Kampftechniken die im Kampfsport erlernt wurden.

 

 

 

Geschichte:

Ein Krieger hatte den Wunsch der stärkste Kämpfer seiner Zeit zu werden und begab sich zu einem alten Meister. Von diesem wurde behauptet, dass er eine geheime Technik besaß, mit der man jeden Gegner besiegen konnte. Nach einer langen Reise erreichte der Krieger das einsame Haus des Meisters und klopfte an.

 

Krieger: „Meister, ich habe einen langen Weg auf mich genommen um euch zu finden. Ich möchte der stärkste Krieger meiner Zeit werden und ersuche eure Hilfe?“
Meister: „Kommt morgen früh zum Fuße dieses Tales, dann schaue ich wie gut Ihr seid.“

 

Am nächsten Morgen erschien der Krieger und der Meister befahl ihm: „Zerschneidet diesen Grashalm!“ Der Krieger lächelte selbstbewusst und zerschnitt ohne Probleme den Grashalm.

Da befahl der Meister: „Schlagt diesen Bambus entzwei.“ Der Krieger lachte und zerschnitt ohne Probleme den Bambus.

Da sprach der Meister: „Schlagt diesen Fels entzwei.“
Der Krieger widersprach: „Meister, das ist unmöglich!“
Meister: „Schlagt!“
Der Krieger: „Aber Meister, der Fels ist viel zu hart! Wenn ich schlage wird mein Schwert schaden erleiden.“
Der Meister: „Schlagt!“
Der Krieger: „Ich wäre ein Narr wenn ich auf den Fels einschlage und damit nur mein Schwert zerstöre. Es ist sehr wertvoll.“

 

Der Meister lächelte und sprach: „Ihr wollt der stärkste Krieger eurer Zeit werden? Dann seid wie der Fels!“

Da drehte sich der Meister um und ging.